Was bedeutet der ökologische Fußabdruck?

 

 Der ökologische Fußabdruck beschreibt die Fläche auf dem Planeten, die du rechnerisch brauchst, um deinen Lebensstil zu  leben. Dazu zählen auch die Flächen, welche Unternehmen benötigen, um deine Kleidung herzustellen, dein Essen anzubauen oder deinen Müll zu entsorgen. Aber darunter fallen auch Flächen, welche wir brauchen, um mithilfe von Wäldern das CO2 zu binden, das wir verursachen. 

Wie genau berechnet sich der ökologische Fußabdruck?

 Nicht alle Regionen auf der Erde gleichen gleichviel Fläche des ökologischen Fußabdrucks aus. Der Regenwald nimmt mehr O2 auf als Wüsten. Äcker können mehr Lebensmittel produzieren als der Stadtpark in Zwickau. Um diese Unterschiede auszugleichen, haben die Entwickler des Konzepts einen Durchschnittswert ermittelt. Die Maßeinheit heißt “Globaler Hektar”.

 Um die Zahlen noch besser vergleichen zu können, betrachten wir immer die Periode von einem Jahr.

 

Wie kannst du deinen ökologischen Fußabdruck bestimmen?

 

 Die Organisation  Brot für die Welt bietet einen Online-Test mit 13 einfachen Fragen. Darin geht es um deinen Konsum von tierischen Produkten, deine Wohnung und dein Heizverhalten. Aber natürlich auch um deine Fortbewegungsmittel und deinen Müll. Die Antworten sind zwar manchmal etwas grob, aber für eine erste Analyse völlig ausreichend. Am Ende kannst du deinen ökologischen Fußabdruck mit dem deutschen Durchschnitt vergleichen. Besonders Interessant: Du erhältst auch Tipps, um nachhaltiger zu leben. Der Test des  Global Footprint Networks ist deutlich komplexer und genauer, aber nur auf englisch verfügbar.

 

Wie hängt der ökologische Fußabdruck mit der Erdüberlastung zusammen?

 

 Im Idealfall sollten die ökologischen Fußabdrücke aller Menschen auf der Erde zusammen nicht größer sein als die Erde selbst. Ist das nicht der Fall, überlasten wir die Erde und vor allem die Pflanzen und Tiere darauf. Auch das Ökosystem leidet und das Klima erwärmt sich. Genau das passiert gerade. Vor allem Industrienationen wie Deutschland haben einen großen ökologischen Fußabdruck. Damit leben wir über unsere Verhältnisse und betreiben Raubbau an unserer Umwelt. Wären alle Menschen auf der Erde so verschwenderisch und ignorant wie wir, bräuchten wir drei Planeten. Damit wir diese Vergeudung erkennen, gibt es den Earth Overshoot Day. Den Erdüberlastungstag rief das Global Footprint Network ins Leben. Dieser Tag markiert den Zeitpunkt, zu dem wir die gesamten Ressourcen der Erde für ein ganzes Jahr aufgebraucht haben. Und leider ist dieser Tag jedes Jahr früher.

Warum wird der ökologische Fußabdruck kritisiert?

 

 Diese Methode reduziert alles auf eine einzige Zahl. Doch die Welt ist viel komplexer. Beispielsweise berücksichtigt es nicht die Kettenreaktion durch die Erderwärmung und abschmelzenden Pole. Auch dass die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt bedroht ist, hat keinen Einfluss auf die Zahl. Doch diese Aspekte können wir selbst ohnehin nur indirekt steuern. Darum ist der ökologische Fußabdruck vor allem ein guter Kompass für unser persönliches Verhalten.

Warum ist der ökologische Fußabdruck wichtig?

 

 In diese eine Kennzahl fließen viele Faktoren ein. Dadurch können wir unser Verhalten besser vergleichen. Welchen Einfluss hat es beispielsweise, wenn du vegetarisch lebst, aber dafür viele Milch- und Eierprodukte isst? Was ist, wenn du im Alltag immer mit dem Fahrrad durch Zwickau fährst, aber einmal im Jahr in den Urlaub fliegst? Der ökologische Fußabdruck kann diese Aspekte gut abbilden. Und damit ist er eine hilfreiche Stütze, um unser Verhalten zu überdenken und nachhaltiger zu gestalten.